2021
100 Jahre
Schwenninger Heimatverein

Projektgruppe „Alter Friedhof“ gründete sich

Frau Dr. Dutzi vom Landesamt für Denkmalspflege referierte über die Erfassung der Grabmäler (Alle Foto:sh)

Nach der Begrüßung durch die 1. Vorsitzende des Heimatvereins, Dr. Annemarie Conradt-Mach, stellte Frau Dr. Dutzi vom Landesamt für Denkmalpflege (Dienstsitz Karlsruhe) das Konzept und den Erfassungsbogen für die Dokumentation der Grabmäler vor. Da der Friedhof städtisch ist, kommt der Erfassungsbogens ins Stadtarchiv, an die Untere Denkmalbehörde, die Friedhofsverwaltung und an das Landesdenkmalamt. Dr. Dutzi wird das Projekt mit Tipps und Hilfestellungen begleiten.

Der Erfassungsbogen ist dreifarbig hinterlegt:

•    Weiß = wird von den Helfern vor Ort ausgeführt
•    Grün = erforscht man aus Büchern, Befragungen und Nachforschungen in Archiven
•    Rosa = wird vom Denkmalamt ausgefüllt (für Schwenningen einfach, da alle Gräber unter Denkmalschutz stehen.)

Auch ältere Fotos, die nicht mehr existierende Grabsteine zeigen, sollen in die Erfassung aufgenommen werden.

Bei der Dokumentation sollen sämtliche Inschriften aufgenommen werden und auch auf eventuell vorhandene Steinmetzzeichen geachtet werden. Auch geologische Art des Grabsteins sowie die Bepflanzung des jeweiligen Grabes sind bei der Beschreibung zu berücksichtigen. Zum Beispiel ist ein in Stein gemeißelter Rosenstock Sinnbild für ewiges Leben.

Die Bedeutung von Gräbern für die Orts-, Wirtschafts- und Sozialgeschichte sind von Belang. Aussagen aus Quellenmaterial müssen angeben werden.

Führungen über alte Friedhöfe seien sehr beliebt und kämen bei der Bevölkerung gut an. Dies zeigten auch Friedhofsführungen in Ulm, Offenburg und Esslingen, so die Referentin. Sie regte an, die Friedhöfe in Ulm oder Offenburg zu besuchen. In Ulm seien es ein Historiker und eine Fotografin gewesen, die die Dokumentation erstellt hätten.

Um die Erhaltung des Alten Friedhofs zu gewährleisten, können Mitglieder der Projektgruppe auch Gestaltungsvorschläge unterbreiten und, wo möglich, Grabpatenschaften übernehmen. In Tübingen habe man dafür sogar eine eigene Satzung erarbeitet, wusste die Referentin. Auch müsse die finanzielle Seite geregelt sein. Zu Sitzungen und Begehungen sollte über die örtlichen Zeitungen eingeladen werden. Auch Einzelheiten der Grabsteinpflege wurden von Frau Dr. Dutzi angesprochen. Die Reinigung von Grabsteinen dürfe nur mit einem weichen Tuch (bzw. einer weichen Bürste) vorgenommen werden. Schaben und Kratzen sei verboten. Die meisten Friedhöfe, die inzwischen dokumentiert und erhalten werden, seien aufgelassene Friedhöfe gewesen.

Frau Lauble-Klepper, Amtsleiterin der Stadt bei der Unteren Denkmalsbehörde, berichtete, dass im Februar 2020 Frau Dr. Plate vom Landesdenkmalamt nach Schwenningen käme. Sie ist Referatsleiterin für Bau- und Kunstdenkmalpflege und zuständig für die Kleindenkmale. Die in Schwenningen erarbeiteten Ergebnisse sollten über eine Datenbank allen Institutionen zur Verfügung stehen.

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Freigeschnittene Grabmäler

Bürgermeister Detlev Bührer betonte, dass der Alte Friedhof aus Sicht der Stadtverwaltung durch drei Faktoren gekennzeichnet und deshalb erhaltungswürdig sei.

1.    Durch die Grabstätten
2.    Als Spiegelbild der Schwenninger Geschichte
3.    Als Park für die Naherholung

Dass der Friedhof so zugewuchert sei, liege an einem Gemeinderatsbeschluss aus der Zeit, als die Stadtkasse geringe Einnahmen aufwies. Dieser Zustand sei nun vorbei und die Technischen Dienste der Stadt (TDVS) würden dafür sorgen, städtische Flächen freizuhalten. Die inzwischen erfolgte Freischneideaktion sei sehr kostspielig gewesen, aber man sei sich bewusst gewesen, was der Alte Schwenninger Friedhof für die Stadt bedeute. Im Haushalt der Stadt gebe es wieder einen Etat für die Pflege des Friedhofs. Leider gäbe es noch Eigentümer von Grabstätten, die vor Ort leben, aber kaum oder gar kein Interesse an der Pflege ihrer Gräber hätten.

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Wieder zugänglich: Grabmal Schwenninger Fabrikanten

In Laufe der Versammlung dankte Annemarie Conradt-Mach Frau Dr. Dutzi für ihr Kommen und den Vortrag, der Stadtverwaltung bzw. dem Bürgermeister für die schnelle Hilfe und den anwesenden Pressevertretern für die gute und ausführliche Berichterstattung in den letzten Wochen.

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Solcher Eingriffe nahmen die Technischen Dienste der Stadt vor, um alte Grabmäler wieder sichtbar zu machen

Annemarie Conradt-Mach gab einen kurzen Überblick über die Geschichte des Friedhofes und die verschiedenen Versuche ihn zu zerstören ( z. B. den Friedhof durch eine Straße zu zerschneiden). Dies haben der Heimatverein, damals noch unter Gerhard Friedrich Weber, Dr. Ströbel und eine Bürgerbewegung damals verhindert. Sie lobte auch die Beiträge von Michael Zimmermann über die Schwenninger Friedhofskultur und die ausführlichen Beiträge von Frau Kottmann über die Schwenninger Friedhöfe im Heimatblättle  sowie eine Zeitungserie von Siegfried Heinzmann. Es gäbe auch einen Kurzfilm von Herrn Merz über den Friedhof. Sie regte an, auch Anekdoten zum Alten Friedhof zu sammeln und aufzuschreiben.

In einer aufgelegten Liste konnten sich die Anwesenden eintragen, vor allen, wer über eine email-Adresse erreichbar ist! Über das weitere Vorgehen wurde folgendes beschlossen:

Zwar könnte ein eigenes Konto für die Projektgruppe eingerichtet werden, was sich aber infolge verschärfter Datenschutzbestimmungen als langwierig herausstellen könnte.
Deshalb schlug Annemarie Conradt-Mach vor, Beiträge und Spenden auf das Konto des Heimatvereins bei der

Volksbank Donau-Neckar
IBAN:  DE 14 6439 0130 0159 2000 08
einzubezahlen mit dem Zusatz: „Alter Friedhof“. Spendenbescheinigungen erstellt der Verein.

Die Mitgliedsbeiträge für die Projektgruppe betragen für Einzelpersonen 20 €, der Beitrag für den Heimatverein wird abgezogen.
Damit verbleiben noch 7 € für Mitglieder des Heimatvereins. Für Institutionen Firmen etc. liegt der Beitrag bei 50 €.

Die Projektgruppe wird ab dato und bis zur nächsten Wieder zugänglich:Jahreshauptversammlung von Stephan Rothfelder, Dr. Conradt-Mach und Ingeborg Kottmann geführt.

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Peter Hellstern will per Internet für die Grabpflege werben. Zur Anschubfinanzierung der Projektgruppe und ihrer Arbeit spendet er 3.000 Euro.

Frau Storz vom Friedhofsamt weist darauf hin, dass noch 20 Gräber Nutzungszeiten haben, dies müsse berücksichtig werden. Bei größeren Arbeiten der Projektgruppe sollte diese sich vorab bei der Friedhofsverwaltung erkundigen, ob zu dem Zeitpunkt eine Beerdigung stattfindet.

Für die Mitarbeit bei der Dokumentation meldeten sich sechs Personen. Einige sind inzwischen Mitglied im Heimatverein geworden. Annemarie Conradt-Mach wird per Mail nachfragen, wer sich für welche Aufgabe meldet. Die Gruppen treffen sich zukünftig und zur weiteren Besprechung der Arbeitsschritte im Hans-Jakob-Stüble in der Geschäftsstelle des Schwenninger Heimatvereins, Bürkstraße 18.- (sh)

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